OSIGHT XR auf der Glock 17 Gen6: So einfach gelingt die Montage
Wie unkompliziert lässt sich das OSIGHT XR auf einer Glock 17 Gen6 montieren?
Genau das wollte ich bei meiner neuen Glock 17 Gen6 im Kaliber 9 mm Luger herausfinden. Bevor es mit der Kombination auf den Schießstand geht, habe ich mir das geschlossene Rotpunktvisier, das neue Optic-Ready-System der Glock und vor allem die Befestigung genauer angesehen.
Das OSIGHT XR ist für mich vor allem deshalb interessant, weil es einige ungewöhnliche technische Lösungen miteinander verbindet. Dazu gehören ein geschlossenes Gehäuse, verschiedene Absehen, eine Bewegungsaktivierung, ein integriertes ausklappbares Backup-Visier und ein wiederaufladbarer Akku.
Besonders interessant finde ich jedoch das magnetische Ladesystem. Das Rotpunktvisier kann auf der Pistole montiert bleiben und trotzdem geladen werden. Dadurch muss eine einmal sauber montierte und eingeschossene Optik für das Laden nicht wieder demontiert werden.
In diesem Beitrag geht es zunächst um die Technik und meine Montage. Den eigentlichen Praxistest auf dem Schießstand werde ich anschließend durchführen.

Warum ich mir das OSIGHT XR genauer ansehe
Beim XR handelt es sich um ein geschlossenes Rotpunktvisier. Der Emitter befindet sich also geschützt innerhalb des Gehäuses. Gegenüber einem offenen Reflexvisier kann das insbesondere bei Schmutz, Staub oder Feuchtigkeit ein interessanter Vorteil sein.
Gleichzeitig setzt OSIGHT beim XR auf den verbreiteten RMR-Footprint. Damit bewegt sich die Optik bei der mechanischen Schnittstelle in einem etablierten System, das unter anderem von Montagen für Trijicon RMR sowie Holosun 407C und 507C bekannt ist.
Hinzu kommt das ungewöhnliche Energiekonzept. Im XR befindet sich ein interner, wiederaufladbarer Akku. Statt zum Laden das Visier von der Waffe nehmen zu müssen, wird eine magnetische Ladeabdeckung aufgesetzt.
Gerade aus praktischer Sicht gefällt mir dieser Ansatz. Wenn ein Rotpunktvisier einmal korrekt montiert und eingeschossen ist, möchte ich die mechanische Verbindung möglichst nicht unnötig verändern.

Lieferumfang des OSIGHT XR
Bereits beim Auspacken fällt auf, dass OSIGHT dem XR relativ viel Zubehör beilegt.

Zum Lieferumfang gehören unter anderem:
- OSIGHT XR Enclosed Red Dot
- magnetische Ladeabdeckung
- USB-C-Ladekabel
- Einstellwerkzeug
- Schraubensatz mit Organizer
- Silikonband
- Schutztasche
- Reinigungstuch
- Bedienungsanleitung
- Sicherheitshinweise
- READ-ME-Karte
- OSIGHT-Aufkleber

Für die Montage ist vor allem der mitgelieferte Schraubensatz interessant. Die unterschiedlichen Gewinde sind sauber voneinander getrennt und lassen sich dadurch wesentlich einfacher zuordnen.
#6-32 • #4-40 • #6-40 • M3
Das klingt zunächst nach einem kleinen Detail. In der Praxis ist eine eindeutige Kennzeichnung jedoch hilfreich, weil sich die schwarzen Befestigungsschrauben optisch teilweise nur schwer voneinander unterscheiden lassen.
Glock 17 Gen6 und OSIGHT XR: Welcher Footprint?
Bei der Montage muss zwischen dem Footprint des Rotpunktvisiers und der Montageschnittstelle der Pistole unterschieden werden.
Das OSIGHT XR verwendet einen RMR-kompatiblen Footprint. Die Glock 17 Gen6 wiederum besitzt das neue Optic-Ready-System der sechsten Generation.
Dieses System unterscheidet sich von der bisherigen MOS-Lösung der Gen4- und Gen5-Modelle. Für die hier verwendete RMR-Konfiguration kommt bei meiner Glock die entsprechende Glock OR Plate 02 zum Einsatz.

Für diese Konfiguration werden #6-32-UNC-Schrauben verwendet. Passenderweise befindet sich genau dieser Schraubentyp bereits im Lieferumfang des XR.
Dadurch war die eigentliche Montage ausgesprochen unkompliziert. Eine Bearbeitung des Schlittens war nicht notwendig und ich musste für diese Kombination auch keine zusätzliche Aftermarket-Adapterplatte kaufen.
Welche Schrauben habe ich verwendet?
Für meine Glock 17 Gen6 habe ich zwei #6-32-UNC-Schrauben aus dem mitgelieferten OSIGHT-Schraubensatz verwendet.
Dabei sollte man genau hinschauen. Im Set befinden sich ebenfalls #4-40-, #6-40- und M3-Schrauben. Obwohl diese auf den ersten Blick ähnlich aussehen können, sind die Gewinde selbstverständlich nicht untereinander austauschbar.

Neben dem Gewinde sollte außerdem die Schraubenlänge zur jeweiligen Kombination aus Waffe, Platte und Optik passen.
Für die hier gezeigte Kombination ist die entscheidende Gewindegröße #6-32 UNC.
Montage des OSIGHT XR auf der Glock 17 Gen6
Vor Arbeiten an der Pistole stelle ich selbstverständlich zuerst sicher, dass die Waffe vollständig entladen ist. Magazin heraus, Patronenlager kontrollieren und erst danach mit der eigentlichen Arbeit beginnen.
Nach der Vorbereitung lässt sich die Montageschnittstelle der Gen6 gut erreichen. Anschließend wird das XR sauber auf der vorgesehenen Aufnahme positioniert.

Bei meiner Kombination saß die Optik sauber auf der vorgesehenen Schnittstelle. Gerade das hat mir an der neuen Glock-Lösung gut gefallen: Mit der passenden Konfiguration ist die Montage übersichtlich und ohne unnötige Zwischenlösungen möglich.
Mein Vorgehen: 1,9 Nm und lösbare Schraubensicherung
Die beiden Befestigungsschrauben habe ich bei meiner Montage mit folgendem Drehmoment angezogen:
Der veröffentlichte Wert von OSIGHT für die #6-32-Befestigungsschrauben liegt ebenfalls bei 17 in-lb, was ungefähr 1,92 Nm entspricht.
Zusätzlich verwende ich bei meinen Rotpunktvisieren eine lösbare, nicht hochfeste Schraubensicherung.
Dabei handelt es sich um meine persönliche Vorgehensweise, mit der ich über die Jahre gute Erfahrungen gemacht habe. Für mich hat sich die Kombination aus sauberen Kontaktflächen, passenden Schrauben, kontrolliertem Drehmoment und lösbarer Schraubensicherung bewährt.
Eine hochfeste beziehungsweise permanente Schraubensicherung verwende ich dafür bewusst nicht. Schließlich soll sich die Optik bei Bedarf später wieder vernünftig demontieren lassen.
Warum ich nach der Montage 24 Stunden warte
Nach dem Festziehen geht es bei mir nicht sofort auf den Schießstand.
Stattdessen lasse ich die komplette Montage für ungefähr 24 Stunden in Ruhe. Dadurch bekommt die von mir verwendete Schraubensicherung ausreichend Zeit zum Aushärten.
Erst danach setze ich die Verbindung der schnellen Bewegung und den Belastungen des Schlittens aus.
Auch hierbei handelt es sich um meine persönliche Vorgehensweise. Maßgeblich sind natürlich immer die Aushärte- und Verarbeitungshinweise der konkret verwendeten Schraubensicherung.
So sieht die fertige Kombination aus
Nach der Montage sitzt das XR für meinen Geschmack sehr stimmig auf dem Schlitten der Glock 17 Gen6.

Das geschlossene Gehäuse besteht laut Hersteller aus CNC-gefrästem 7075-T6-Aluminium. Auffällig ist außerdem die Kontaktfläche auf der Oberseite. Über sie wird die magnetische Ladeabdeckung mit dem XR verbunden.
Optisch gefällt mir die Kombination auf dem Full-Size-Schlitten der Glock 17 sehr gut. Allerdings sagt die Optik natürlich noch nichts über die Haltbarkeit aus.
Entscheidend wird deshalb sein, ob das XR seinen Nullpunkt hält und wie zuverlässig es sich nach einer größeren Schusszahl verhält.
Magnetisches Laden: Für mich eines der Highlights
Ein klassischer Batteriewechsel ist beim XR nicht notwendig. Stattdessen befindet sich im Visier ein wiederaufladbarer Lithium-Polymer-Akku.
Zum Laden wird die mitgelieferte magnetische Abdeckung über das montierte Rotpunktvisier gesetzt.

Während das XR auf der Glock montiert bleibt, kann sein interner Akku über die Abdeckung geladen werden. Die Ladeabdeckung selbst wird wiederum über USB-C aufgeladen.
Für mich liegt der Vorteil auf der Hand: Das Rotpunktvisier muss zum normalen Laden nicht von der Waffe genommen werden.
OSIGHT gibt für das XR unter definierten Bedingungen eine maximale Laufzeit von bis zu 54.000 Stunden mit dem 2-MOA-Punkt auf Helligkeitsstufe 4 an.
Unter Einbeziehung der Energie der Ladeabdeckung nennt der Hersteller außerdem eine kumulierte Laufzeit von bis zu 324.000 Stunden.
Wichtig: Die 324.000 Stunden bedeuten nicht, dass das XR mit einer einzigen Akkuladung so lange läuft. Gemeint ist die kumulierte Betriebszeit unter Einbeziehung des Nachladens über die Ladeabdeckung.
Bei diesen Laufzeitangaben handelt es sich um Herstellerwerte, die ich bislang nicht selbst verifiziert habe.
Fünf Absehen in einer Optik
Für den sportlichen Einsatz finde ich auch das Multi-Reticle-System interessant. Das XR bietet fünf unterschiedliche Absehen:
- 2-MOA-Punkt
- 6-MOA-Punkt
- 32-MOA-Kreis
- 2-MOA-Punkt + 32-MOA-Kreis
- 6-MOA-Punkt + 32-MOA-Kreis
Dadurch kann ich beispielsweise einen feinen 2-MOA-Punkt direkt mit dem deutlich größeren 6-MOA-Punkt vergleichen, ohne dafür zwei verschiedene Optiken zu benötigen.
Gerade beim sportlichen Schießen möchte ich ausprobieren, welches Absehen sich bei unterschiedlichen Geschwindigkeiten und Zielgrößen für mich am besten bewährt.
Zusätzlich verfügt das XR über 11 Helligkeitsstufen. Davon sind acht für Tageslicht und drei für die Verwendung mit Nachtsichttechnik vorgesehen. Die zuletzt verwendete Helligkeitsstufe wird gespeichert.
Bewegungsaktivierung des OSIGHT XR
Das XR besitzt außerdem eine Bewegungserkennung. Ist die Funktion aktiviert, kann eine Bewegung das Visier automatisch aufwecken.
Nach ungefähr drei Minuten ohne Bewegung kann das XR in den Ruhemodus wechseln. Wird die Pistole anschließend wieder bewegt, aktiviert sich das Visier erneut.
Die eigentliche Helligkeit wird weiterhin über die seitlichen Bedientasten eingestellt.
CBRS: Integrierte mechanische Notvisierung
Eine Besonderheit des XR ist das von OSIGHT als CBRS – Collapsible Backup Rear Sight bezeichnete System.
Dabei befindet sich eine ausklappbare Kimme direkt im Gehäuse des Rotpunktvisiers.
Bei meinen Bildern ist allerdings eine wichtige Unterscheidung notwendig: Hinter dem XR befindet sich weiterhin die originale Glock-Kimme.
Die weiße U-förmige Markierung, die auf dem folgenden Bild unterhalb des Rotpunktes sichtbar ist, gehört daher zur originalen Glock-Visierung und nicht zum integrierten CBRS des OSIGHT XR.

Das Foto soll zunächst lediglich einen Eindruck vom Sichtbild vermitteln. Ob und wie die mechanische Visierung mit dem Rotpunkt zusammenarbeitet, muss anschließend auf dem Schießstand praktisch überprüft werden.
Technische Daten des OSIGHT XR
Optik
| Bauart | Geschlossenes Reflexvisier / Enclosed Emitter |
|---|---|
| Vergrößerung | 1× |
| Footprint | RMR Pattern / 407C–507C Pattern |
| Absehenfarbe | Rot |
| Wellenlänge | 660 nm |
| Fenstergröße | 23 × 18 mm |
| Augenabstand | Unbegrenzt |
| Linse | Asphärisch, mehrfach beschichtet |
| Verstellung | 1 MOA pro Klick |
| Seitenverstellung | ±45 MOA |
| Höhenverstellung | ±45 MOA |
Absehen
| Varianten | 2 MOA, 6 MOA, 32-MOA-Kreis, 2 MOA + Kreis, 6 MOA + Kreis |
|---|---|
| Helligkeitsstufen | 11 |
| Tageslicht | 8 Stufen |
| Nachtsicht | 3 Stufen |
| Helligkeitsspeicher | Ja |
Gehäuse und Abmessungen
| Material | CNC-gefrästes 7075-T6-Aluminium |
|---|---|
| Oberfläche | Typ III harteloxiert |
| Wasserbeständigkeit | IPX7 |
| Angegebene Fallhöhe | 1,5 m |
| Länge | 48,7 mm |
| Breite | 30 mm |
| Höhe | 29,5 mm |
| Gewicht inkl. Akku | ca. 48 g |
Akku
| Typ | Interner Lithium-Polymer-Akku |
|---|---|
| Kapazität | 89 mAh |
| Spannung | 3,87 V |
| Energie | 0,344 Wh |
| Max. Herstellerangabe | Bis zu 54.000 Stunden bei 2 MOA und Helligkeitsstufe 4 unter den vom Hersteller definierten Bedingungen |
Magnetische Ladeabdeckung
| Akkukapazität | 800 mAh |
|---|---|
| Spannung | 3,87 V |
| Energie | 3,1 Wh |
| Ladeanschluss | USB-C |
| Ladezeit XR | ca. 1,5 Stunden |
| Ladezeit Abdeckung | ca. 2,5 Stunden mit geeigneter 5-V-/2-A-Stromversorgung |
| Abmessungen | 51 × 36 × 42 mm |
| Gewicht | ca. 55 g |
| Wasserbeständigkeit | IPX4 |
Mein erster Eindruck vom OSIGHT XR auf der Glock 17 Gen6
Ein abschließender Testbericht ist das bewusst noch nicht. Bisher habe ich das OSIGHT XR ausgepackt, mir die technischen Lösungen angesehen und es auf meiner Glock 17 Gen6 montiert.
Was die Montage betrifft, fällt mein erster Eindruck positiv aus. Die Kombination aus RMR-Footprint, Glock Gen6 Optic Ready mit Plate 02 und den bereits beim XR mitgelieferten #6-32-Schrauben macht die Installation sehr unkompliziert.
Spannender ist für mich allerdings, was das Visier im tatsächlichen Schießbetrieb zeigt. Besonders folgende Punkte möchte ich genauer testen:
- Nullpunktstabilität
- 2-MOA- gegenüber 6-MOA-Punkt
- 32-MOA-Kreis und kombinierte Absehen
- Sichtbarkeit bei unterschiedlichen Lichtverhältnissen
- Bewegungsaktivierung
- Bedienung im sportlichen Einsatz
- magnetisches Ladesystem
- Verhalten nach höherer Schussbelastung
Jetzt muss sich das OSIGHT XR auf dem Schießstand beweisen.
Wie geht es weiter?
Nach den 24 Stunden Aushärtezeit geht die Glock 17 Gen6 mit dem OSIGHT XR mit auf den Schießstand.
Dort werde ich zunächst den Nullpunkt kontrollieren und anschließend verschiedene Absehen und Helligkeitsstufen ausprobieren. Danach interessiert mich vor allem, ob das Visier seinen Nullpunkt zuverlässig hält und wie sich die Kombination beim schnelleren sportlichen Schießen verhält.
Sobald genügend Schuss durch die Glock gegangen sind, folgt hier im Blog der nächste Teil mit meinen praktischen Erfahrungen.









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